Karl-Ludwig-von-Guttenberg-Grundschule


Das Leseprojekt ANTOLIN

 

 

1) Die Bedeutung des Lesens für die Schule und danach

Antolin Lesen ist nicht einfach nur eine Auseinandersetzung mit Geschriebenem, vielmehr formt es den Lesenden aktiv in großem Maße. Durch das Lesen wird viel Wissen und parallel dazu Unterhaltung vermittelt. Ohne das Lesen wäre es schwierig überlieferte Kulturgüter aufzunehmen und richtig weiterzugeben, zudem ist das Lesen heutzutage unabdingbar für beruflichen Erfolg.

Der entscheidendste Faktor aber ist, dass es eine große Rolle in der Entwicklung der Anlagen des Kindes spielt. Geschichten, Gedichte, aber auch Sachtexte zu lesen fördert das Verstehen und Denken des Kindes. Es unterstützt das Wachsen der Fantasie und des Gefühlslebens. „Bessere Leser sind auch bessere Lerner. Lesen ist fast die Garantie für schulischen Erfolg.“ (Bamberger)

2) Leseförderung bereits im Kleinkindalter

 

Dass Leseförderung im Kleinkindalter beginnen und besonders in den ersten Schuljahren verstärkte Beachtung finden sollte, hätte eigentlich schon länger klar sein müssen.

Spätestens seit den Ergebnissen der PISA-Studie sollte man sich gezielt darüber Gedan­ken machen.

Um es ein wenig zu verdeutlich, so sahen einige Ergebnisse bezüglich der Lesekompetenz aus: Fast 10 % der befragten Schüler mangelt es an jeglichem Textverständnis, weitere 13 % schaffen es nur, elementarste Textinhalte zu begreifen, sind aber mit einer Be­wertung des Gelesenen gänzlich überfordert.

42 % der Jugendlichen beantworteten die Frage, ob sie zum Vergnügen lesen, mit „Nein“. In der Gesamtbevölkerung hat die tägliche Buchlektüre um mehr als 50 Prozent abge­nommen; die Zahl derjenigen, die "nie" lesen, stieg seit 1992 um 40 Prozent. Viele Kinder geben an, dass ihnen, als sie klein waren, nie ein Märchen vorgelesen wurde. In manchen Familien wird kaum einmal ein Buch aufgeschlagen. Es klingt zwar etwas abgedroschen, aber: mit gutem Beispiel vorangehen ist eine der Grundvoraussetzungen, um bei Kindern das Interesse am Buch zu wecken. Wenn Eltern selbst viele Bücher besitzen (und sie auch benutzen!), werden auch die Kin­der eher dazu greifen.

 

"Das grenzenloseste aller Abenteuer, das war das Leseabenteuer. Als ich zum ersten Mal ein eigenes Buch bekam, erwachte mein Lesehunger; und ein besseres Geschenk hat das Leben mir nicht beschert."
(Astrid Lindgren)

 

Lesebegeisterung wecken mit der „Antolin-Methode“

 

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das "Lese-Fenster", also die Zeit, in der ein Kind eine Beziehung zum Lesen und zu Büchern aufbauen kann, gerade bis zum 13. bzw. 15. Lebensjahr offen ist. Wer diese Zeit versäumt, wird später kaum mehr zum Lesen und dem damit verbundenen Spaß und Nutzen finden. Doch die Liebe zum Buch muss zu Hause grundgelegt werden. Nur dann wird eine neue "Lese-Kultur" in den Familien (und anderswo) entstehen können, wenn auch Sie mithelfen. Die Schule möchte Sie hierbei unterstützen.

 

Wir haben eine interessante Möglichkeit gefunden, Ihr Kind auf sanfte Weise an das Buch heranzuführen: Die „ANTOLIN-Methode“. Doch ohne Ihr „Zutun“ wird es nicht funkti­onieren. Nur wenn Sie das positive Lese-Umfeld fortführen, das wir in der Schule schaf­fen, werden wir Erfolge erzielen, die weit reichend sind.

Fördern Sie intensiv das Lesen von Büchern, sprechen Sie mit Ihrem Kind über die gele­senen Bücher, besuchen Sie regelmäßig mit Ihrem Kind Büchereien und Buchhandlun­gen.

Wenn Sie über einen Internetzugang verfügen (Dies ist für die Durchführung des Lese-Projektes keine Bedingung!), können Sie die schulischen Bemühungen von zuhause aus begleiten. Dann könnten Sie das Eingeben der Antworten beobachten, sich mit Ihrem Kind die Ergebnislisten ansehen und auf diese Weise aktiv an der Lese-Entwicklung ihres Kindes teilnehmen. Tun Sie das auf jeden Fall solange Ihr Kind die Grundschule besucht! Die Kinder werden es Ihnen später einmal danken.

 

Gründe für den Erfolg von www.antolin.de

 

a)    Die Kombination von Lesen und Computer/Internet erweist sich als sehr motivie­rend.

b)    Die Kinder haben die Möglichkeit, ihre Leseleistung sichtbar zu machen. Sie kön­nen ihre Leistung jederzeit im Internet ansehen, den Eltern zeigen bzw. ausdru­cken.

c)    Die Punkteliste macht die Kinder stolz auf ihre Leistung – und sie können sie jeder­zeit verändern (mehr Bücher = mehr Punkte).

d)    Die Kinder können die Fragen zu den Büchern jederzeit beantworten: in der Schule und zu Hause.

e)    Sind die Kinder einmal mit der Eingabe von Büchern in die Antolin-Datenbank ver­traut, erledigen sie diesen Job alleine. Auch dies stellt eine Motivationsquelle dar: Das selbstständige Umgehen mit dem Internet.

f)    Die Arbeit mit Antolin in der Schule erzwingt fast automatisch eine offene Unter­richtsform:
- Die Kinder lesen Bücher aus der Antolin-Datenbank, wo immer sie gerne lesen: Sitzecke, Arbeitstisch, Boden, im Gruppenraum, …
- Hat ein Kind ein Buch beendet, ermöglicht der Lehrer ihm bei nächster Gelegenheit die Dateneingabe in die Antolin-Datenbank. Je mehr Bücher das Kind im Laufe des Schuljahres liest, desto mehr Punkte erhält es, wenn es die jeweils dazugehörenden Fragen richtig beantwortet.


Wie ist das System „Antolin“ aufgebaut?

 

 

  • www.antolin.de besteht aus einer Website und aus einer hinter der Website liegenden Datenbank.
  • Auf der Website können Daten gelesen und eingegeben werden; auf der Datenbank werden sämtliche Daten gespeichert. Dies sind z.B.

    • Fragenkataloge zu allen Büchern
      Für Bücher, die der Klasse 1 (6-jährige Kinder) zugeordnet sind, ist ein Fragensatz mit je 10 Fragen (plus je drei Auswahlantworten) bestimmt.
      Für Bücher, die den Klassen 2 – 6 sowie dem Bereich „Jugendbuch“ (13 – 16 Jährige) zugeordnet sind, ist ein Fragensatz mit je 15 Fragen (plus je drei Auswahlantworten) bestimmt.
    • "Lese-Konten" der Schüler
      Jeder Schüler besitzt (nach Anmeldung bei www.antolin.de und nach Eintrag des Lehrers) ein „Lese-Konto“, das mit „Benutzernamen“ und „Kennwort“ geöffnet wird. Hier werden die Buch – Fragenkataloge individuell aufgerufen und beantwortet. Hier wird aber auch (durch das Programm) Buch geführt über die gelesenen Bücher, über Erfolge bei der Beantwortung der Fragenkataloge, über den Punktestand: über die Leseaktivität.
      Für jede richtige Antwort gibt es Punkte, gestaffelt nach Schwierigkeit der Bücher.

Buch für 1. Klasse

pro korrekte Antwort 1 Punkt

Buch für 2. Klasse

pro korrekte Antwort 2 Punkte

Buch für 3. Klasse

pro korrekte Antwort 3 Punkte

Buch für 4. Klasse

pro korrekte Antwort 4 Punkte

Buch für 5. Klasse

pro korrekte Antwort 5 Punkte

Buch für 6. Klasse

pro korrekte Antwort 6 Punkte

Jugendbuch

pro korrekte Antwort 10 Punkte

    • Konten der Lehrer
      Der Lehrer erhält auf einer nur für ihn zugänglichen Seite Informationen über die Lesetätigkeit der Schüler. Er sieht auf einen Blick
      • die Zahl der gelesenen Bücher sowie die erreichte Punktzahl eines jeden einzelnen Schülers
      • die Zahl der gelesenen Bücher sowie die erreichte Punktzahl der gesamten Klasse
      • die Intensität des Lesens bezogen auf Monate
      • die gelesenen Bücher in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad

  • www.antolin.de ist bewusst an Schulen und andere pädagogische Einrichtungen (z.B. Büchereien) gekoppelt. Schüler können es nur über den Lehrer (Klassenlehrer/ Deutschlehrer) oder andere erziehlich wirkende Personen, die als Zwischenglied fungieren, verwenden.
    Ein Lehrer, der sich bei www.antolin.de anmeldet, muss sich mit der „Schulnummer“ (der Nummer seiner Schule – in Deutschland hat jede Schule eine eigene Nummer) ausweisen.
  • Die Informationen, die bei www.antolin.de gespeichert werden, unterliegen der strengsten Geheimhaltung. Es werden keine Daten nach außen gegeben.
    Ein bei www.antolin.de angemeldeter Lehrer hat nur Daten - Zugriff auf seine, von ihm selbst eingetragenen Klassen.
  • Die Schüler können ihre Daten in der Schule, aber auch zu Hause in www.antolin.de eingeben.
  • Die Anteilnahme der Eltern an der Lese – Entwicklung ihrer Kinder ist sehr erwünscht. Sie haben über www.antolin.de eine ausgezeichnete Möglichkeit, diese zu verfolgen und anzuregen.

 

 

 

Bereits über 1 Million Kinder besitzen inzwischen ein Lesekonto, über 17 000 Lehrer nehmen teil !!!

 

 

Über die konkrete Arbeit mit „Antolin“ im Schulalltag

Antolin ändert das Leseverhalten in der Klasse grundlegend.

1. Das Lesen ist öffentlich geworden und es ist eine Gemeinschaftsaktivität geworden. Kein Kind kann sich mehr der Aufforderung zu lesen entziehen. Regelmäßig beobachten wir gemeinsam die Entwicklung der Leseaktivität jedes Kindes. Die Fortschritte anderer Kinder schieben die weniger Eifrigen erheblich an, gerade auch Kinder aus lesefremden Milieus und Ausländerkinder. Einen negativen Druck kann ich nicht erkennen.

2. Lesen geschieht zwar in der Freizeit, ist aber fest verankert in der schulischen Aufmerksamkeit. Kinder bekommen ständig Rückmeldung, Aufmerksamkeit und Anerkennung, wenn sie freiwillig lesen. Buchstäblich jede gelesene Seite wird registriert und wahrgenommen. Ein solches Feed-Back hat es noch nie gegeben! Eltern und Lehrer haben jederzeit die exakten Informationen und können so steuernd und begleitend mitgehen.

3. Die Auswahl der zur Verfügung stehenden Bücher ist groß und wird täglich größer. Die Kinder wählen ihre Lektüre selbst. Mag sein, dass es hierbei in der Anfangsphase vorwiegend ums Punkte sammeln geht. Das ist aber völlig einerlei. Jedes selbst gewählte, gelesene und verstandene Buch bringt das Kind ein Stück voran in seiner Lesefertigkeit. Davon sind wir überzeugt.

4. Lesestoff für die Klasse entnehmen wir entweder dem Repertoir von Antolin oder die Lehrerin/ der Lehrer erstellt den Fragesatz selbst und überlässt ihn dem Programm. Dann haben - zurzeit - mehr als 16 000 Kinder etwas von der Arbeit. Immer wieder lösen wir nach einer Klassenlektüre auch gemeinsam den Fragesatz. Manche kleinen Leser haben Schwierigkeiten, zwischen drei Alternativen zu wählen, vor allem wenn sie gleich plausibel erscheinen. Sie merken dabei, dass sie noch nicht so gut aufgepasst haben, dass sie nicht gründlich genug gelesen haben, oder dass sie noch besser zuhören müssten. Solche Gemeinschaftsarbeit erhöht das Punktekonto aller Kinder gleichmäßig. Keines muss mit 0 Punkten in der Liste erscheinen.

5. Lesen hat seit Antolin einen absolut herausragenden Stellenwert im Grundschulalltag bekommen. Es ist eine fast übergeordnete Sache, die jeder ernst nimmt. Immer wieder kommen Schüler zu mir, in den Pausen, auf dem Flur, oft auch mitten in der Stunde und müssen mich schnell informieren, dass sie gestern im Internet waren. Das heißt dann für mich, nachschauen, wahrnehmen, kontrollieren, was dieses Kind geleistet hat. Und genau so selbstverständlich bekommt es dann im Vorbeigehen die Rückmeldung: "Ich habe gesehen, dass du das Sams gelesen hast".

Eigentlich müsste Lernen und Üben in allen Fächern so sein: freiwillig und selbst gesteuert für die Schüler, differenziert wahrgenommen und beachtet durch Eltern und Lehrer. Hier werden ausschließlich die Erfolge registriert. Immer findet sich Anlass zu loben. Die Lernatmosphäre gestaltet sich partnerschaftlich und überaus positiv.

 

 

 

Wir haben die Internet-Site www.antolin.de auch als Link in die Homepage der Grundschule Bad Neustadt a.d. S. (www.gsnes.de) integriert
(
       Links für Kinder). Dort finden unsere Schüler auch weitere interessante Verknüpfungen im Internet.